Samstag, 25. Juli 2026

Die drei !!! - Marathon

 Rezension die drei !!!-Marathon 


Die Ritterin von Rabenfels

Wieder ein Zeitreisekrimi und wieder eine Menge Power am Start - mit der Ritterin von Rabenfels wartet sowohl auf die drei !!! als auch auf Leser:innen ein spannendes Abenteuer in der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters. Deshalb einmal vorweg: Die Autorin hat über die Zeit recherchiert und das hat das ganze Setting ziemlich ‚authentisch‘ und glaubhaft wirken lassen. Auch für Begriffe wie „Kemenate“ oder „Vogt“ wurden sprachlich ‚waschechte‘ Formulierungen verwendet, die das gesamte Gefühl, im Mittelalter zu sein, gut herübergebracht haben.  
Was ich dieses Mal ziemlich gut fand, war, dass es keinen langen „Anfang“ gab, sondern die drei !!! relativ schnell durch die Zeit gereist sind. Mit den vielen Namen der Bewohner von Burg Rabenfels hatte ich am Anfang ein bisschen Schwierigkeiten, doch das hat sich im Verlauf der Geschichte gut gelegt. Die drei !!! finden sich inmitten strenger Umgangsformen und fest zugeteilter Geschlechterrollen wieder und schaffen es trotzdem, mit Burgfräulein Ida eine Freundschaft zu knüpfen. 
Ein neuer Fall wartet auf Kim, Franzi und Marie auch nicht lange: Es verschwinden vermehrt Vorräte, der Torwächter erhält statt eines Wach-mach-Tranks einen Schlaftrunk, und plötzlich weist die niegelnagelneue Rüstung des Ritters in spe, Heinrich, Kratzer auf. Die drei !!! nehmen sich des Falls an, befragen die Burg- und Dorfbewohner, legen sich auf die Lauer und versuchen, Zusammenhänge zu erkennen. Ziemlich gut angelegt, denn als Leser:in verdächtigt man mal Hannes, den Stallknechten, dann Matilda, Idas Schwester, dann könnte es auch Bruder Anselm gewesen sein - und da man nur die ‚Resultate‘ aus der Gegenwart der drei !!! kennt und quasi das ‚Versatzstück‘ in der Mitte fehlt, ist man ständig am Miträtseln. Der Titel verrät am Ende dann doch leider recht schnell, um wen es sich handelt, sodass die letzten Seiten nicht mehr ganz so spannend waren, wie der Teil bis zur Auflösung.
Insgesamt aber ein toller Fall, der Lust auf mehr Mittelalter und auch auf mehr drei !!!-Content macht. :)


Verrat in der Kochshow

Ein kulinarischer Fall, japanisch gewürzt und von messerscharfer Action! XD 

Marie hat es in die Kochshow „Cook it!“ geschafft, eine fiktionale TV-Produktion, die vermutlich an „Die Küchenschlacht“ angelehnt ist. Einer der Juroren ist ein berühmter japanischer Koch, der eine enge Verbindung zu seinen Utensilien, genauer gesagt zu seinem Messer namens Seishin, hat. Ausgerechnet dieses Messer wird entwendet und jeder der Teilnehmer:innen, Jury-Mitglieder und sonstigen Anwesenden kommt in Betracht. Die Spur führt die drei !!! über alle anderen Teilnehmenden und decken dabei interessante Geheimnisse auf - doch das Messer bleibt verschwunden. Das Motiv ist klar: Dieses Messer ist unfassbar wertvoll. Doch wer war es? Die Frage konnte ich mir relativ früh beantworten - leider. Auch wenn es natürlich nur ein starker Verdacht war, bestätigte er sich Kapitel um Kapitel. Die anderen Verdächtigen hatten jeweils eigene Motive, sodass am Ende nur noch eine Person übrig blieb, bevor die große Auflösung folgte. Die war dann auch nicht mehr allzu überraschend. Schön fand ich aber, dass das Buch trotzdem relativ spannend war, denn die besagten anderen Teilnehmer:innen hatten ihrerseits Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt wurden. 



Geheimnis der alten Bibliothek

Und weiter ging der drei !!!-Marathon. Mit „Geheimnis der alten Bibliothek“ wartete auf die drei !!! ein wirklich spannender und für mich persönlich bisher coolster Fall. Neben coolen Sidefacts (zum Beispiel Faksimiles oder Dioramen) gab es auch jede Menge Atmosphäre. Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten, in das Buch reinzukommen - wurden doch relativ viele Charaktere eingeführt. Das blieb leider auch bis zum Ende so, dass es mir schwer fiel, mir die Person und die jeweilige Rolle im Fall zu merken. Davon abgesehen war das allerdings einer der coolsten Fälle; bis zum Ende war nicht klar, wer Täter war und welche Motive dahinter steckten. 

Die alte Villa bot natürlich viel Potenzial für Geheimnisse, seien es Geheimgänge, alte Tanten, die zwischen den Regalen umherspukten oder gruselige Pfeifftöne. Alles ziemlich gut versteckte Hinweise, die alle am Ende zu einem logischen Gesamtbild zusammengesetzt wurden. Ich werde das Buch zeitnah noch einmal lesen, mal gucken, ob mir noch mehr „Easter Eggs“ bekannt vorkommen XD








Montag, 20. April 2026

Fateless: Die Diebin - von Julie Kagawa (Rezension)

Eine Diebin ohne Schicksal mit dem Auftrag, die Welt zu retten



Allgemeines:
- 1. Teil einer Trilogie
- Hardcover, eBook
- 16,00 Euro, 12,99 Euro
- Verlag: Dragonfly
- Originalausgabe: Fateless
- Erscheinungsdatum: 24.02.2026
- Seiten: 384


Worum geht es:
In der vergessenen Stadt der Unsterblichen Könige wartet ein uraltes Relikt mit ungeahnten Kräften darauf, dass es jemand stiehlt.

Die siebzehnjährige Sparrow hat niemanden außer der Diebesgilde, die sie als Waise aufgenommen haben. Sie ist fest entschlossen, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und sich ihren Platz in den Reihen der Trickser und Täuscher zu verdienen – da kommt ihr eine Mission im Auftrag des Inneren Kreises, der die Gilde aus den Schatten heraus lenkt, ganz recht. Sparrow macht sich auf die gefährliche Reise zur vergessenen Stadt der Unsterblichen Könige, wo ihr uralte Mächte auflauern. Doch was, wenn sich alles, woran sie glaubt, als Lüge herausstellt? Wenn nichts mehr ist, wie es scheint, ist der rätselhafte und charmante Assassine Raithe, der sie jagt, dann wirklich Sparrows größte Gefahr? Um dunklen Mächten und dem Schicksal selbst zu entkommen, muss sie sich fragen, wem sie vertrauen kann.


Meine Meinung:
Endlich ein neues Buch von Julie Kagawa! Ich hatte wirklich schon „Angst“, dass sich meine Lieblingsautorin dazu entschlossen hat, nichts mehr zu schreiben. Aber here we are - mit Fateless, einem atemberaubenden Cover und einer Geschichte, die viel Potenzial und stundenlanges immersives Lesen verspricht.

Und direkt auf den ersten Seiten wurde dieses Versprechen erfüllt. Julie Kagawa is back! Und das mit einem wüstenähnliches Setting, einer starken, eigensinnigen Protagonistin und einer Handlung, die es in sich hat.




Das Cover und vor allem die sandige Haptik bieten einen guten Einstieg, um sich in die Welt hineinzuversetzen. Sparrow, eine Diebin aus Kovass, ist alles andere als normal. In ihrer Diebesgilde ist sie von vornherein mit einem guten Schicksal gesegnet: Ihr gelingen Diebeszüge, die keinem anderen gelingen - und so wird sie schließlich auch mit einer besonderen Mission beauftragt. Sie soll das Weltentuch der Weberin, die Göttin, an die die Leute in Kovass glauben, stehlen. Ein Auftrag, der unmöglich ist, gelingt ihr trotzdem. Als Leser:in ist man deshalb von Anfang an gepackt und findet damit nicht nur schnell in das Buch hinein, sondern auch in die atemberaubende Welt, die Julie Kagawa da schon wieder geschaffen hat. Gerade die Sache mit dem Schicksalsgeflecht ist eine super innovative Idee und gepaart mit dem Weltenbau brachte das frischen Wind ins Lesen. Nebenbei bemerkt, dass Charlotte Lungstrass-Kapfer eine geniale Übersetzerin ist, hatte ich sofort den Vibe von früher, den Julie Kagawas Bücher schon immer versprochen haben.

So, genug der Lobhymnen, denn es gibt auch ein paar neutrale Aspekte, beziehungsweise ein paar klitzekleine Schwierigkeiten, die das Buch hat.

Gerade habe ich noch vom „Julie Kagawa Vibe“ gesprochen - der auf der einen Seite wirklich dieses immersive Lesen garantiert, auf der anderen Seite aber auch ein Problem mit sich bringt: Wir haben wieder die Dreier-Protagonisten-Konstellation, die auch sehr stark in Plötzlich Fee zu finden ist. Sparrow als die sarkastische, sture und eigensinnige Persönlichkeit, Halek, der sehr an Puck erinnert mit seinem witzigen Auftreten, und Raithe, der als stiller und hervorragender Kämpfer Ash super nah kommt. Wenn man Plötzlich Fee nicht kennt, mag die Kombi neu sein; aufgrund der Ähnlichkeiten ist es jedoch schwierig, das Plötzlich-Fee-Trio nicht als Schablone für das Fateless-Trio zu sehen.

Darüber hinaus möchte ich die Liebesbeziehung zwischen Raithe und Sparrow kritisieren - sie entwickelt sich, wirkt gleichzeitig jedoch gezwungen, als ob man unbedingt eine Liebesbeziehung haben müsste. Dabei braucht das Buch sie gar nicht. Es ist so spannungsgeladen, so handlungsintensiv, dass die Liebesmomente leider nicht wirklich einen entschleunigenden Effekt haben, sondern eher langweilig anmuten. Vielleicht kann ich mich im zweiten Band besser darauf einlassen.


Es ist ein Buch, das sich von Atmosphäre und Setting irgendwie zwischen Tatooine, Dune und Game of Thrones ansiedeln lässt, was keineswegs negativ ist, denn es macht so viel mehr daraus: Wir haben eine Menge „Kinnlade-klappt-runter“-Momente, nicht vorhersehbare Handlungen und ein Weltenbau, der mit der Schicksalsgöttin, dem Vormarsch des Unsterblichen Königs, und kleinen, wunderbaren Details (das Weltentuch, das Sandmeer) ein wirklich schönes Leseerlebnis geboten hat.

Die drei !!! - Marathon

  Rezension die drei !!!-Marathon  Die Ritterin von Rabenfels Wieder ein Zeitreisekrimi und wieder eine Menge Power am Start - mit der Ritte...