Eine Diebin ohne Schicksal mit dem Auftrag, die Welt zu retten
- 1. Teil einer Trilogie
- Hardcover, eBook
- 16,00 Euro, 12,99 Euro
- Verlag: Dragonfly
- Originalausgabe: Fateless
- Erscheinungsdatum: 24.02.2026
- Seiten: 384
Worum geht es:
In der vergessenen Stadt der Unsterblichen Könige wartet ein uraltes Relikt mit ungeahnten Kräften darauf, dass es jemand stiehlt.
Die siebzehnjährige Sparrow hat niemanden außer der Diebesgilde, die sie als Waise aufgenommen haben. Sie ist fest entschlossen, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und sich ihren Platz in den Reihen der Trickser und Täuscher zu verdienen – da kommt ihr eine Mission im Auftrag des Inneren Kreises, der die Gilde aus den Schatten heraus lenkt, ganz recht. Sparrow macht sich auf die gefährliche Reise zur vergessenen Stadt der Unsterblichen Könige, wo ihr uralte Mächte auflauern. Doch was, wenn sich alles, woran sie glaubt, als Lüge herausstellt? Wenn nichts mehr ist, wie es scheint, ist der rätselhafte und charmante Assassine Raithe, der sie jagt, dann wirklich Sparrows größte Gefahr? Um dunklen Mächten und dem Schicksal selbst zu entkommen, muss sie sich fragen, wem sie vertrauen kann.
Meine Meinung:
Endlich ein neues Buch von Julie Kagawa! Ich hatte wirklich schon „Angst“, dass sich meine Lieblingsautorin dazu entschlossen hat, nichts mehr zu schreiben. Aber here we are - mit Fateless, einem atemberaubenden Cover und einer Geschichte, die viel Potenzial und stundenlanges immersives Lesen verspricht.
Und direkt auf den ersten Seiten wurde dieses Versprechen erfüllt. Julie Kagawa is back! Und das mit einem wüstenähnliches Setting, einer starken, eigensinnigen Protagonistin und einer Handlung, die es in sich hat.
Das Cover und vor allem die sandige Haptik bieten einen guten Einstieg, um sich in die Welt hineinzuversetzen. Sparrow, eine Diebin aus Kovass, ist alles andere als normal. In ihrer Diebesgilde ist sie von vornherein mit einem guten Schicksal gesegnet: Ihr gelingen Diebeszüge, die keinem anderen gelingen - und so wird sie schließlich auch mit einer besonderen Mission beauftragt. Sie soll das Weltentuch der Weberin, die Göttin, an die die Leute in Kovass glauben, stehlen. Ein Auftrag, der unmöglich ist, gelingt ihr trotzdem. Als Leser:in ist man deshalb von Anfang an gepackt und findet damit nicht nur schnell in das Buch hinein, sondern auch in die atemberaubende Welt, die Julie Kagawa da schon wieder geschaffen hat. Gerade die Sache mit dem Schicksalsgeflecht ist eine super innovative Idee und gepaart mit dem Weltenbau brachte das frischen Wind ins Lesen. Nebenbei bemerkt, dass Charlotte Lungstrass-Kapfer eine geniale Übersetzerin ist, hatte ich sofort den Vibe von früher, den Julie Kagawas Bücher schon immer versprochen haben.
So, genug der Lobhymnen, denn es gibt auch ein paar neutrale Aspekte, beziehungsweise ein paar klitzekleine Schwierigkeiten, die das Buch hat.
Gerade habe ich noch vom „Julie Kagawa Vibe“ gesprochen - der auf der einen Seite wirklich dieses immersive Lesen garantiert, auf der anderen Seite aber auch ein Problem mit sich bringt: Wir haben wieder die Dreier-Protagonisten-Konstellation, die auch sehr stark in Plötzlich Fee zu finden ist. Sparrow als die sarkastische, sture und eigensinnige Persönlichkeit, Halek, der sehr an Puck erinnert mit seinem witzigen Auftreten, und Raithe, der als stiller und hervorragender Kämpfer Ash super nah kommt. Wenn man Plötzlich Fee nicht kennt, mag die Kombi neu sein; aufgrund der Ähnlichkeiten ist es jedoch schwierig, das Plötzlich-Fee-Trio nicht als Schablone für das Fateless-Trio zu sehen.
Darüber hinaus möchte ich die Liebesbeziehung zwischen Raithe und Sparrow kritisieren - sie entwickelt sich, wirkt gleichzeitig jedoch gezwungen, als ob man unbedingt eine Liebesbeziehung haben müsste. Dabei braucht das Buch sie gar nicht. Es ist so spannungsgeladen, so handlungsintensiv, dass die Liebesmomente leider nicht wirklich einen entschleunigenden Effekt haben, sondern eher langweilig anmuten. Vielleicht kann ich mich im zweiten Band besser darauf einlassen.
Es ist ein Buch, das sich von Atmosphäre und Setting irgendwie zwischen Tatooine, Dune und Game of Thrones ansiedeln lässt, was keineswegs negativ ist, denn es macht so viel mehr daraus: Wir haben eine Menge „Kinnlade-klappt-runter“-Momente, nicht vorhersehbare Handlungen und ein Weltenbau, der mit der Schicksalsgöttin, dem Vormarsch des Unsterblichen Königs, und kleinen, wunderbaren Details (das Weltentuch, das Sandmeer) ein wirklich schönes Leseerlebnis geboten hat.

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