Rezension die drei !!!-Marathon
Die Ritterin von Rabenfels
Wieder ein Zeitreisekrimi und wieder eine Menge Power am Start - mit der Ritterin von Rabenfels wartet sowohl auf die drei !!! als auch auf Leser:innen ein spannendes Abenteuer in der Zeit des Hoch- und Spätmittelalters. Deshalb einmal vorweg: Die Autorin hat über die Zeit recherchiert und das hat das ganze Setting ziemlich ‚authentisch‘ und glaubhaft wirken lassen. Auch für Begriffe wie „Kemenate“ oder „Vogt“ wurden sprachlich ‚waschechte‘ Formulierungen verwendet, die das gesamte Gefühl, im Mittelalter zu sein, gut herübergebracht haben.
Was ich dieses Mal ziemlich gut fand, war, dass es keinen langen „Anfang“ gab, sondern die drei !!! relativ schnell durch die Zeit gereist sind. Mit den vielen Namen der Bewohner von Burg Rabenfels hatte ich am Anfang ein bisschen Schwierigkeiten, doch das hat sich im Verlauf der Geschichte gut gelegt. Die drei !!! finden sich inmitten strenger Umgangsformen und fest zugeteilter Geschlechterrollen wieder und schaffen es trotzdem, mit Burgfräulein Ida eine Freundschaft zu knüpfen.
Ein neuer Fall wartet auf Kim, Franzi und Marie auch nicht lange: Es verschwinden vermehrt Vorräte, der Torwächter erhält statt eines Wach-mach-Tranks einen Schlaftrunk, und plötzlich weist die niegelnagelneue Rüstung des Ritters in spe, Heinrich, Kratzer auf. Die drei !!! nehmen sich des Falls an, befragen die Burg- und Dorfbewohner, legen sich auf die Lauer und versuchen, Zusammenhänge zu erkennen. Ziemlich gut angelegt, denn als Leser:in verdächtigt man mal Hannes, den Stallknechten, dann Matilda, Idas Schwester, dann könnte es auch Bruder Anselm gewesen sein - und da man nur die ‚Resultate‘ aus der Gegenwart der drei !!! kennt und quasi das ‚Versatzstück‘ in der Mitte fehlt, ist man ständig am Miträtseln. Der Titel verrät am Ende dann doch leider recht schnell, um wen es sich handelt, sodass die letzten Seiten nicht mehr ganz so spannend waren, wie der Teil bis zur Auflösung.
Insgesamt aber ein toller Fall, der Lust auf mehr Mittelalter und auch auf mehr drei !!!-Content macht. :)
Verrat in der Kochshow
Ein kulinarischer Fall, japanisch gewürzt und von messerscharfer Action! XD
Marie hat es in die Kochshow „Cook it!“ geschafft, eine fiktionale TV-Produktion, die vermutlich an „Die Küchenschlacht“ angelehnt ist. Einer der Juroren ist ein berühmter japanischer Koch, der eine enge Verbindung zu seinen Utensilien, genauer gesagt zu seinem Messer namens Seishin, hat. Ausgerechnet dieses Messer wird entwendet und jeder der Teilnehmer:innen, Jury-Mitglieder und sonstigen Anwesenden kommt in Betracht. Die Spur führt die drei !!! über alle anderen Teilnehmenden und decken dabei interessante Geheimnisse auf - doch das Messer bleibt verschwunden. Das Motiv ist klar: Dieses Messer ist unfassbar wertvoll. Doch wer war es? Die Frage konnte ich mir relativ früh beantworten - leider. Auch wenn es natürlich nur ein starker Verdacht war, bestätigte er sich Kapitel um Kapitel. Die anderen Verdächtigen hatten jeweils eigene Motive, sodass am Ende nur noch eine Person übrig blieb, bevor die große Auflösung folgte. Die war dann auch nicht mehr allzu überraschend. Schön fand ich aber, dass das Buch trotzdem relativ spannend war, denn die besagten anderen Teilnehmer:innen hatten ihrerseits Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt wurden.
Geheimnis der alten Bibliothek
Und weiter ging der drei !!!-Marathon. Mit „Geheimnis der alten Bibliothek“ wartete auf die drei !!! ein wirklich spannender und für mich persönlich bisher coolster Fall. Neben coolen Sidefacts (zum Beispiel Faksimiles oder Dioramen) gab es auch jede Menge Atmosphäre. Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten, in das Buch reinzukommen - wurden doch relativ viele Charaktere eingeführt. Das blieb leider auch bis zum Ende so, dass es mir schwer fiel, mir die Person und die jeweilige Rolle im Fall zu merken. Davon abgesehen war das allerdings einer der coolsten Fälle; bis zum Ende war nicht klar, wer Täter war und welche Motive dahinter steckten.
Die alte Villa bot natürlich viel Potenzial für Geheimnisse, seien es Geheimgänge, alte Tanten, die zwischen den Regalen umherspukten oder gruselige Pfeifftöne. Alles ziemlich gut versteckte Hinweise, die alle am Ende zu einem logischen Gesamtbild zusammengesetzt wurden. Ich werde das Buch zeitnah noch einmal lesen, mal gucken, ob mir noch mehr „Easter Eggs“ bekannt vorkommen XD


