Freitag, 8. September 2023

Das Mädchen in den Wellen - Axie Oh (Rezension)

 Zwischen Sturm und Schicksal

Allgemeines:
- Einzelband
- Softcover, eBook
- 17,95 Euro, 9,99 Euro
- Verlag: Loewe
- Originalausgabe: The Girl Who Fell Beneath The Sea
- Erscheinungsdatum: 19. Juli 2023
- Seiten: 384

Darum geht es:
Jedes Jahr wüten in Minas Heimat tödliche Stürme. Und jedes Jahr wird das schönste Mädchen in die Fluten geworfen. Denn eines Tages, so die Legenden, soll die wahre Braut des Meeresgottes auserwählt werden und den Unwettern ein Ende bereiten. Doch dieses Jahr greift Minas Bruder in das Ritual ein und gerät dabei in Lebensgefahr. Um ihn zu retten, opfert Mina sich freiwillig. Im Reich der Geister stellt sie allerdings fest, dass auf dem Meeresgott ein Fluch liegt. Und ihr nur dreißig Tage bleiben, um ihn zu brechen und die Stürme für immer zu beenden …

Meine Meinung:
Ein so wundervolles Buch. Nicht nur das Cover ist atemberaubend, auch die ganze Geschichte. Die Geschichte startet schnell. Direkt wird der Leser gefesselt: Mina, die Protagonistin, springt ins Meer und opfert sich für ihre zukünftige Schwägerin. Eine komplexe Welt offenbart sich dem Leser. Mina springt ins Meer, wird die Braut des Meeresgottes und landet quasi in einer Parallelwelt: der Geisterwelt. Hier hat sie nun die Aufgabe, ihre Seele wiederzuerlangen, aber auch gleichzeitig die Mission, den Fluch des Meeresgottes zu brechen, denn durch seine Traurigkeit, werden in der richtigen Menschenwelt Stürme und Unwetter ausgelöst, die allerhand Menschenleben fordern. Mina hat es sich zur Aufgabe gemacht, zu retten. Und sie ist eine so wunderbare Protagonistin. Allgemein ist die komplette Welt, die Axie Oh da erschaffen hat, so... magisch. Vorne und hinten stimmig, mit vielen wundervollen kleinen Details, eine so komplexe Welt, die dem Leser durch Mina schonend und fesselnd zugleich näher gebracht wird. Man kann sich die Geisterwelt als Leser so gut vorstellen, dass man wirklich das Gefühl hat, mit Mina dabei zu sein, so "real" und bildlich kommt sie einem vor. Ich war absolut gefesselt und tief im Sog dieses Buches gefangen. Auf ihrer Reise, erst zu ihrer Seele, dann zu Shin und dem Schicksalsband, dann um den Meeresgott zu retten; alles war so stimmig und fesselnd. Die Elemente der koreanischen Kultur, die eingewoben wurden, die Geschichten zwischendurch, die Minas Ururgroßmutter erzählt hat und die eine Funktion im Plot erfüllten. 
Mina ist eine sehr coole Protagonistin. Ich mag ihr Charisma, ihre sture aber auch liebevolle Art, die Art, wie sie mit den anderen interagiert und umgeht, allein durch Mina wurde das Buch wirklich zu einem tollen Leseerlebnis. Nichtzuletzt ihre Beziehung zu Shin, die immer wieder romantische Züge hatte und Shin selbst, der zwischen Pflicht und Liebe hin- und hergerissen ist. 

Ein wirkliches tolles Buch, mit einer stimmigen Storyline und so vielen tollen Details, dass mir das Herz wirklich aufgeht. 


Die physikalische Notwendigkeit der Liebe - Madeleine Henry (Rezension)


Wahre Liebe währt ewig – Sophie Jones wird es der Welt beweisen!




Allgemeines:
- Einzelband
- Softcover, eBook
- 12,00 Euro, 6,99 Euro
- Verlag: Goldmann
- Originalausgabe: The Love Proof
- Erscheinungsdatum: 19. Juli 2023
- Seiten: 304

Meine Meinung:
Ich bin wirklich opportunistisch an dieses Buch rangegangen. In Erwartung an eine schöne, federleichte Story, die sich vor allem zur Sommerzeit super lesen lässt. Coole Charaktere, ein fesselnder Schreibstil, und dazu noch eine fesselnde Idee. Das alles versprach Madeleine Henry. Eine außergewöhnliche Protagonistin und ein spannender Cocktail aus Liebe und Wissenschaft - hier eben die Physik. Genauer gesagt geht es hier um einen Bereich der Physik, der sich vor allem in Sophies Fall mit der Zeit beschäftigt. Eine sehr spannende Idee! Sophie ist auch dazu noch hochbegabt, also ein sehr spannender Charakter - in der Theorie. Die Umsetzung war leider absolut enttäuschend. Genau wie das ganze Buch. 
Im Grunde geht es um Jake und Sophie, beide total verschiedene Menschen, die trotzdem zueinander finden und sich verlieben. Jake, der aus wirklich schwierigen Verhältnissen kommt und schon früh lernen musste, hart zu arbeiten und unabhängig zu sein und Sophie, die aufgrund ihrer Hochbegagung sozial etwas Nachholbedarf hat, denn wie ganz am Anfang beschrieben, steckt sie die Nase lieber in Bücher als sich für die Menschen um sie herum zu interessieren. 
Laut Buch hat Sophie mehrere Klassen übersprungen und fängt nun an, Physik zu studieren. Sie besucht eine Vorlesung, die auch Jake besucht, der allerdings den "normalen" Weg gegangen ist. Und da war das erste, was mich utopisch an diesem Buch gestört hat. Jake setzt sich einfach in der Vorlesung neben sie, fängt ein Gespräch an, und bändelt mit ihr an. Trotz ihres offensichtlich kindlichen Kleidungsstils (Sophie ist um die 20?), springt sie sofort auf ihn an. Aber wie? Wenige Seiten zuvor hat ihre Mutter noch kritisiert, dass Sophie sozial mehr Fähigkeiten ausbilden soll (weil sie offenbar Defizite hat) und doch unterhält sie sich mit Jake, als hätte sie nie etwas anderes getan. Es ist absolut unstimmig, unrealistisch und für mein persönliches Empfinden viel zu schnell gegangen, dass sie sich im nächsten Kapitel auch schon küssen. Das sorgte für eine negative Grundhaltung bei mir, die sich leider bis zur Mitte des Buches nicht abschütteln ließ. Dann habe ich es aufgegeben und das Buch abgebrochen.
So umauthentisch und seltsam ihre Beziehung ist, es passt einfach nicht zusammen. Sie treffen aufeinander und sind direkt verliebt. Beim Leser kommen 0,0 Emotionen an, man fühlt sich allgemein überhaupt nicht mit dabei und sehr fern der Story. Dass die beiden zueinander finden ist auch nicht nachvollziehbar. Sophie wird auf jeder Seite als sehr jung beschrieben, mit kindlichen Eigenschaften und doch passt sie ganz "wunderbar" zu Jake, der für sein Alter schon sehr reif und erwachsen ist. Eine Liebesgeschichte, die vorne und hinten keinen Sinn macht, vor allem, da Jake den Märtyrer spielt und auch noch für Sophies Karriere die Beziehung beendet. Die Gründe, eine Beziehungspause einzulegen, sind überhaupt nicht nachvollziehbar und passen auch gar nicht zueinander. Sophie reagiert darauf wieder überaus kindlich, überhaupt nicht ihrem Alter entsprechend und an dieser Stelle habe ich das Buch auch abgebrochen. Eine Handlung war nicht wirklich erkennbar, die Gefühle alle sehr oberflächlich. 
Das einzige, was mir wirklich gefallen hat, waren die Einblicke in Jakes Vergangenheit. Es war spannend, da waren die Zusammenhänge zwischen dem Vergangenheits-Jake und Präsens-Jake erkennbar. Hätte es sowas auch für die Liebesgeschichte zwischen Jake und Sophie gegeben, wäre das Buch vermutlich sogar einigermaßen nachvollziehbar gewesen. 


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